Frauke ludowig im Baden-Journal Interview

25 Jahre Starnews, kann das funktionieren? Und ob! Frauke Ludowig und ihr Team liefern täglich erfolgreich den Beweis dafür. Seit dem 2. Mai 1994 sind die Starexpertin und ihre Kollegen im Dienste von Glamour und Gossip der Prominenz auf der Spur, informieren über aktuelle News aus der Welt der großen und kleinen Stars, verraten die heißesten Gerüchte und treffen die angesagten Celebrities weltweit. In rund 7284 Sendungen boten mehr als 800 nationale und 300 internationale Stars manch ungewöhnlichen Einblick in ihr Privatleben, sorgten für Schlagzeilen oder einfach nur für unglaubliche Geschichten.

Sie moderieren und verantworten seit 25 Jahren das RTL-Starmagazin „Exclusiv”. Wie schafft man eine solche Kontinuität und Zuschauerbindung?
In dem man sich mit seinem Format stetig weiterentwickelt. Mein Ziel ist es immer noch, jeden Tag mit meinem Team die beste Sendung abzuliefern. Wir haben inzwischen auch sehr viel Erfahrung und ein gutes Gespür dafür, was unsere Zuschauer interessiert. Mein Anspruch ist es, immer up to date zu sein. Das betrifft die Aufbereitung der Themen ebenso, wie das Studio-Design bis hin zum Styling.

Sie moderieren inzwischen zudem diverse „Exclusiv“-­Spezial-Ausgaben. Darunter ganze Sendereihen. Ist das Format heute längst mehr als nur das Starmagazin am Abend?
Wir entwickeln natürlich das Format ständig weiter und es entstehen neue Ideen und teilweise eigenständige Sendungen. Daraus ist auch die Live-Berichterstattung im Anschluss zu „Let’s Dance“ entstanden. Hier spreche ich direkt vom Tanzparkett mit den Talenten und prominenten Gästen und präsentiere spannende Details zur Show. Erstmals gab es in diesem Jahr auch „Exclusiv“ bei TVNOW. Mit „Der Bachelor – Jetzt reden die Frauen!“ haben wir allen Rosenfans jede Menge Backstage-Informationen und besonders bewegende Momente geboten. Das freut mich natürlich total, dass sich der Einsatz des gesamten Teams hier lohnt und diese „Exclusiv“-­Spezial-Reihen sehr gut bei den Zuschauern ankommen.

Der Markt hat sich durch Social Media verändert. Prominente posten ihre eigenen Instagram-Stories. Segen oder Fluch für Sie?
Die sozialen Netzwerke empfinde ich überhaupt nicht als Konkurrenz – im Gegenteil. Ich bin ein großer Fan davon und nutze sie auch selbst sehr intensiv. Viele Prominente geben hier sehr offen News aus ihrem Leben preis und sind damit für uns auch eine klasse Informationsquelle. Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte einzuordnen und weiter zu erzählen. Als Heidi Klum beispielsweise ihre Verlobung mit Tom Kaulitz bekannt gab, hatten wir am nächsten Tag ein unglaubliches Zuschauerinteresse.

Sie haben Hunderte von Prominenten in den 25 Jahren interviewt. Was waren für Sie ganz besondere Momente und Geschichten?
Es gab natürlich echte Sternstunden. Dazu gehört unbedingt das große Interview mit den Magiern Siegfried und Roy im Januar 2009. Die beiden haben nach der schrecklichen Tiger-Attacke nur zwei Interviews gegeben: Eines mit Arnold Schwarzeneggers damaliger Frau Maria Shriver für den amerikanischen Markt und eines mit mir für den europäischen Markt. Auch der Dreh mit Arnold Schwarzenegger in Los Angeles gehört dazu. Eigentlich sollte er nur einen Tag dauern. Am Ende waren es dann drei Tage und es entstand eine einstündige Homestory, die später sogar mit dem New York Award ausgezeichnet wurde. Michael Schumacher konnten wir über mehrere Tage in Monaco begleiten, als er noch Rennfahrer war, daran denke ich auch sehr gerne zurück.

Endete diese Begegnung nicht mit einem Aufenthalt im monegassischen Gefängnis?
Das stimmt. Für ‚Exclusiv‘ habe ich schon im Gefängnis gesessen (lacht). Wir haben in Monaco vier Stunden in einer Zelle verbracht und unser Material wurde beschlagnahmt. Im Nachhinein erfuhren wir, dass wir zufällig auch die Yacht von Prinzessin Caroline gefilmt hatten und das war leider strikt verboten.

Gab es auch Situationen, die Sie als besonders schwierig empfunden haben?
Zum Glück nicht viele. Aber bei der Live-Moderation zur Beerdigung von Prinzessin Diana aus London, musste ich doch mit den Tränen kämpfen. Der Zuschauer hat das nicht bemerkt. Aber das war einer dieser Momente, der mich tief bewegt hat.

Sie sind inzwischen selbst prominent. Wie schwer ist es da, zwischen der Glamourwelt, dem Redaktionsalltag und auch dem Privatleben zu switchen?
Das ist mir nie schwer gefallen. Als Moderatorin und Redaktionsleiterin brauche ich unbedingt die professionelle Distanz zu den Menschen, über die wir berichten. Von daher bin und war ich hier nie direkter Teil dieser Glamour-Welt. Auf dem ‚Roten Teppich‘, wo ich dann auch mal selbst interviewt werde, fühle ich mich auch absolut wohl. Aber das ist eine Rolle, in die ich dann schlüpfe. Danach mache ich sozusagen daheim die Türe hinter mir zu, kehre in mein bürgerliches Leben zurück und bin einfach Mutter und Ehefrau – ungeschminkt und in Jeans und Sneakers. Ich genieße es absolut, wenn mich beispielsweise im Urlaub in voller Ski-Ausrüstung auch niemand erkennt und ich einfach nur Frauke bin.

Gibt es noch Prominente auf Ihrer Wunschliste, die Sie gerne noch interviewen möchten?
Das hängt von deren Story ab. Aktuell zählen in jedem Fall Meghan und Harry dazu. Aber das ist wohl ein sehr optimistischer Wunsch (lacht).