Ella Endlich im Baden-Journal Interview

Im Januar startete die Jubiläumsstaffel von „Deutschland sucht den Superstar”. In der neuen Jury sitzt geballte Musikpower: Musical-, Pop- und Schlagersängerin Ella Endlich (33), die Popsängerin Carolin Niemczyk (27) von „Glasperlenspiel” und der DJ und Musikproduzent Mousse T. (51) nahmen neben Poptitan und Chefjuror Dieter Bohlen (63) am Jurypult Platz.

Was hast du gedacht, als du die Anfrage bekommen hast, in der Jury von „DSDS” zu sitzen?
Ich dachte erstmal „Wow, was für eine Ehre, das man da auf mich kommt!” Ein Juror zu sein, das heißt natürlich schon einiges – dass man Verantwortung übernehmen kann, dass man eloquent ist, nett anzusehen ist und man einen Erfahrungsschatz mit sich bringt.
Deshalb war das erstmal ein sehr gutes Gefühl und dann dachte ich „Ach du Scheiße!” Das ist natürlich ein Riesending und bedeutet sehr große Aufmerksamkeit. Es hat dann aber auch nicht lange gedauert, bis ich mich darauf eingestellt und richtig gefreut habe.

Was hat deine Familie gesagt – deine Stiefmutter Carmen Nebel zum Beispiel?
Die haben das alle befürwortet. Die fanden das eine ganz tolle Möglichkeit und Chance. Es ist ein Unterschied ob man mich auf der Bühne erlebt oder ob man mich privat kennt und erlebt. Daher haben sich viele immer für mich gewünscht, dass ich mal in die Position komme, dass man mich ein bisschen mehr kennenlernen kann – über diese zwei bis drei Minuten, die man bei einem Fernsehauftritt bekommt, hinaus. Diese Chance nehme ich jetzt natürlich an.

Wie hat dir die Arbeit in der Jury bisher gefallen?
Ich fand es wahnsinnig spannend diesen Weg zu gehen und mich immer mehr hinein zu finden. Ich habe super lustige Momente schon erlebt und auch sehr berührende Situationen, in denen ich wirklich Tränen geweint habe. Ich bin so ein bisschen die Heulsuse in der Runde, befürchte ich. Aber nicht, weil ich mir das irgendwie vornehme. Ich nehme mir gar nichts vor für diesen Job, sondern will einfach mit dem was ich habe und dem was ich bin arbeiten. Da bin ich sehr berührbar, was aber auch eine schöne Sache ist.
Wie würdest du dich beschreiben als Jurorin, auch im Vergleich zu den anderen? Wie ist die Rollenverteilung in der Jury?
Die Rollenverteilung ist schon ein bisschen gegeben dadurch, dass Dieter anfängt seinen Kommentar zu geben, das wird dann weitergereicht an Mousse T., Caro ist die Nächste und ich bin die Vierte im Bunde, die was sagen kann. Viele Argumente sind da bereits abgedeckt und es liegt an mir, noch einen neuen Aspekt einzubringen. Das gelingt mir eigentlich ganz gut, und ich habe einen ganz guten Überblick. Mousse T. hat dazu ganz liebevoll gesagt: „Die Ella ist unser gutes Gewissen.” Das heißt, Kritikpunkte wurden schon zur Genüge an die Kandidaten weitergegeben. Ich bin natürlich auch hart in meinem Urteil, wenn etwas absolut nicht geht oder sitzt. Aber ich denke, ich kann die Kandidaten abschließend nochmal ein bisschen in den Arm nehmen.

Was für einen Superstar 2018 wünscht du dir?
Ich würde mir einen deutschsprachigen Sänger wünschen. Ich glaube draußen gibt es momentan eine große Aufmerksamkeit und eine große Plattform dafür. Ich persönlich mag deutsche Texte wahnsinnig gerne. Ich bemühe mich selber jedes Mal um jedes Wort, dass das einfach sitzt und wenn es dann sitzt, dann ist es wunderschön und berührt die Menschen. Deshalb würde ich mir sehr wünschen, dass jemand dabei ist, der gerne auf Deutsch singt.

Teilweise sind die Kandidaten noch sehr jung. Du hast ebenfalls sehr jung angefangen, was für Ratschläge kannst du den Kandidaten für den weiteren Weg mitgeben?
Das stimmt, ich habe mit 14 meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben und ganz jung angefangen auf der Bühne zu stehen. Mir hat das nie etwas ausgemacht zu performen und irgendwie lustig zu sein oder die Menschen zu unterhalten. Ich denke das sollte bei dem zukünftigen Gewinner auch nicht so ein Problem darstellen. Es muss eine Person sein, die das wahnsinnig gerne macht und liebt, sich gerne öffnet. Und wenn es eine sehr junge Person ist kann ich nur raten, schön bei sich selbst zu bleiben, „Butter bei die Fische”, die Familie nahe halten, schön abprüfen, ob das alles für einen selber stimmt und sich dann einfach drauf einlassen.

Kannst du dich an eine besonders witzige Szene während der Castings erinnern, ist etwas Besonderes passiert?
Es ist wahnsinnig viel Lustiges passiert. Zum Beispiel kam einer in den Raum und hat eine Tätowiermaschine mitgebracht und wir haben uns alle gefragt, was er damit wolle, da er ja eigentlich singen sollte. Diese ganze Nummer hat dann erstmal eine Viertelstunde gedauert, bis er uns erklärt hat, was er damit so macht und uns seine wahnsinnig hässlichen Tattoos gezeigt. Sein Gesang war leider abgrundtief unterirdisch, an die Situation erinnere ich mich aber gerne.

Was hältst du von Leuten, die nur kommen, um die 15 Minuten Ruhm zu erhalten?
Ich weiß ja, wo ich sitze, das ist eine Fernsehsendung und manchmal sogar eher Talk- oder Menschen-Format als Musiksendung. Es geht um Charaktere und die Geschichten, und es ist natürlich auch für mich sehr spannend hinter die Kulissen zu blicken. Dieser Song, dieser kurze Moment, der ist schnell vergangen. Aber die Momente, die im Kopf bleiben, sind manchmal die Skurrilen.