Judith Williams im Baden-Journal Interview

Die dritte Staffel „Die Höhle der Löwen” war die erfolgreichste VOX-Primetime-Eigenproduktion aller Zeiten und erreichte 2016 mit bis zu 16,4 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen und 3,41 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren neue Rekord-Quoten. Doch nicht nur Zuschauer lieben die Gründer-Show – die Sendung sicherte sich 2016 außerdem den „Deutschen Fernsehpreis” in der Kategorie „Bestes Factual Entertainment”. In der Sendung gehen geachtete und gefürchtete „Löwen” auf Beutezug! Denn die spektakulären Erfindungen der Start-up-Unternehmer, ob zu Wasser, zu Land und in der Luft, innovative Apps oder ungewöhnliche Lebensmittel, lassen selbst die millionenschweren Investoren staunen. Sind sie von Nachwuchs-Unternehmer und Geschäftsidee überzeugt, kämpfen sie untereinander knallhart um die besten Deals! Dafür fahren die „Löwen” in den Verhandlungen ihre Krallen aus oder verwandeln sich in Schmusekätzchen, die den Gründern bereitwillig Kapital und ihre Expertise zur Verfügung stellen. Doch nur besonders brillante Start-up-Köpfe können das große Ziel erreichen: Mit Geld und Geschick der „Löwen” zum wirklich erfolgreichen Unternehmer werden! VOX schickt Deutschlands beliebteste Gründer-Show „Die Höhle der Löwen” auch im September 2017 in eine neue Staffel.

„Little Lunch” ist ein Deal von Frank Thelen und Ihnen aus der letzten Staffel. Die beiden Gründer sind inzwischen Umsatz-Millionäre. Warum hat Sie das Produkt überzeugt? Und wie ging es nach der Show weiter?
Auch wenn ich bei „Little Lunch” nicht investiert hätte, würde ich behaupten: Sie sind geschmacklich und qualitativ allem, was ich bis jetzt auf dem Suppenmarkt gegessen habe, haushoch überlegen. Ich finde diese Suppen sensationell. Außerdem sind die beiden Gründer einfach zwei tolle Typen. Die Jungs haben Tag und Nacht durchgearbeitet. Das zeigt, was ein richtiges Start-up ausmacht, denn sie verlassen sich auch nicht einfach nur auf mich und mein Kapital. Und das ist es, worum es bei „Die Höhle der Löwen” geht: In Firmen zu investieren und gleichzeitig daran zu erinnern, dass der langfristige Erfolg nicht über Nacht kommen wird. Man baut das Unternehmen gemeinsam und langsam auf. Nach zwei, drei Jahren kann man dann überprüfen, was die Firma macht, sobald die mediale Aufmerksamkeit nachlässt – das ist wirklich sehr interessant. Und das liebe ich einfach, denn genau das ist es, wofür mein Herz schlägt. Mit diesen jungen Leuten zu arbeiten finde ich super und deswegen mache ich auch bei „Die Höhle der Löwen” mit: Als eine Art Coach oder Inspiration für Leute, die ein Produkt oder eine Firma haben. Das eigene Wissen weiterzugeben, ist extrem schön.

Was möchten Sie Gründern mit auf den Weg geben?
Etwas, das ich selbst lernen musste: Dass man natürlich nicht an einem Tag alles erreicht, was man sich im Leben vorgenommen hat. Man braucht ein wenig Zeit, Geduld und einen Plan, aber ganz wichtig ist es, sich ein Ziel vorzunehmen und zielstrebig beziehungsweise fokussiert daran zu arbeiten. Das macht mir Spaß, aber viele Gründer, die man nach diesem Ziel fragt, antworten: „Ich will mein Produkt auf den Markt bringen.” Produkte kurzfristig ein paar Monate auf den Markt zu bringen und sie überall zu listen, sowas kann der ein oder andere, obwohl das an sich auch schon sehr schwierig ist. Aber eine Firma über viele Jahre zu einem wirklich großen Wert zu bringen, das ist nicht ganz einfach.

Hat sich etwas für Sie geändert, seit Sie bei „Die Höhle der Löwen” dabei sind?
Für mich ist mit den Gründern und der Arbeit an ihren Firmen eine tolle Abenteuerreise losgegangen. Auf der privaten Seite hat sich damit einiges geändert. Wenn ich zum Beispiel beim Italiener sitze, kommt meistens jemand um die Ecke und sagt: „Du bist doch Judith Williams. Ich hätte da eine ganz neu erfundene Yoga-Matte, willst du nicht investieren?”
Das ist die eine Veränderung, und die andere liegt in der Betrachtung von Dingen: Ich habe einen riesigen Respekt davor, wie die Gründer ihre Firmen aufbauen. Ich wusste von meinem eigenen Werdegang, dass man eigentlich die ganzen 24 Stunden des Tages braucht, um eine eigene Firma aufzubauen und zu 180 Prozent voll dabei sein muss. Diese Einstellung hat sich für mich durch „Die Höhle der Löwen” bestätigt!